Wer rastet, rostet. Rosten wollen wir natürlich alle nicht. «Morning Move» nannte sich deshalb ein wöchentliches Angebot im Kulturmarkt, das sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter richtete und von einem Kulturschaffenden geleitet wurde. Es war eine kleine Schar, die daran teilnahm. Ob der Rest wohl immer noch vor sich hinrostet? Ein Erlebnisbericht von einer Gymnastikstunde der besonderen Art.

Von Christa

Dienstag «früh» um 08:30h im Kalkbreitesaal. Kühl ist’s, etwas fröstelig – und die kleine Gruppe scheint noch etwas verschlafen. Also Matten ausgelegt und sämtliche Glieder gelockert und gedehnt!  Wir finden es toll, dass wir das in Strassenkleidung tun können. Wobei der Eine oder die Andere gerne den Gürtel und die Schuhe auszieht. Langsam spüren wir ein angenehm-warmes Kribbeln, und auch die verspannten Muskeln und Gelenke lockern sich und werden geschmeidig. Ich bin zum ersten Mal mit von der Partie und bin gespannt, was mich in diesen 30 Minuten erwartet.

Heute ist die Atmung dran – und wie! Gleichzeitig mit liegenden Bewegungen müssen wir beim Ausatmen Laute von uns geben. Das sei ausgezeichnet für das Zwerchfell, erklärt uns der Kursleiter. Und der muss es als Tänzer ja wissen. Es blökt, keucht – und schliesslich tönt’s wie in einer Kuhherde. Morning «Muuh» oder was? Ausserdem werden die Raucher entlarvt, da diese 30 Minuten «muhen» ganz schön an die Atemorgane gehen. Ich bin weder Sängerin noch Schauspielerin und bin deshalb ganz froh, dass mir in meiner Berufskarriere solche Übungen bislang erspart blieben. Etwas komisch fühlt es sich an für Nicht-Profis, oder schon fast ein bisschen lächerlich? Alles hat seinen Sinn, auch solche Übungen. Das Zwerchfell freut sich, der Körper ist gelöst, und frischen Sauerstoff hat er erst noch mitgetankt.

Die Saalfenster führen zur Strasse; gut dass wir meistens liegen und uns deshalb niemand sieht. Und noch besser, dass es Winter ist und die Fenster geschlossen bleiben. Sonst würden die Passanten uns wohl für verrückt erklären! Wobei ein bisschen Verrückt-Sein ja nicht unbedingt schädlich sein muss.

Für mich wurde der Erstversuch im Morning Move zur bleibenden «Morning Muuh»-Erinnerung.  Und – nein: selber habe ich weder geblökt noch gemuht. Oder dann nur im Stillen… Das Zuhören hat mir gereicht. Dabei habe ich viel geschmunzelt und gelacht. Womit bestimmt auch mein Zwerchfell seine Lockerung erhalten hat. Ganz ohne Muh und Mäh.