Der meistbesuchte und wohl auch beliebteste Ort im an der Aemtlerstrasse 23 ist – wen wundert’s – unser Restaurant im Erdgeschoss. Ein buntes und vielfältiges Menschengemisch sitzt hier zum ebenso varietätenreichen Essen. Warum sich dabei auch mal Gastronomie mit Astrologie vermischt? Lesen Sie einfach bis zum Schluss.
Von Christa
Es wird fein gekocht im Gastrobetrieb des Kulturmarkts. Jeden Tag frisch und jeden Tag anders. Neben auswärtigen Gästen trifft sich hier ein sehr grosser Teil der bunten Kulturmarkt-Schar mittags am langen Tisch. Zuerst ein rascher Blick auf die Suppentafel mit dem täglich wechselnden, frisch gekochten Angebot, um sich danach zu entscheiden, ob’s zum appetitlich-farbigen Salatbuffet geht oder doch an den Suppentopf. Dann erst wird ein freier Stuhl am Tisch gesucht, bevor das freundliche Servicepersonal die übliche Frage «Was darf’s sii? Menu 1 oder 2?» stellt. Eine schwierige Entscheidung! Am liebsten beides? Oder entscheiden wir uns heute für den Wochenhit? Egal was man wählt, es ist frisch und fein. Angenehme (und wichtige!) Nebenerscheinung dabei: Die Küche daheim bleibt sauber, der Abwasch ist gemacht und der Magen, der lacht!
Und wem doch noch ein Plätzchen in demselben frei bleibt, der gönnt sich auch mal das Wochendessert. Vom Rüeblichueche über Panna Cotta bis hin zu weihnachtlichen Gewürzmousses – die Küche lässt sich immer neu inspirieren.
Am Personaltisch geht’s mal laut zu und her, mal etwas leiser – je nach Stimmung, Gruppenbildung, Tagesform und was auch immer. «Lueg, die zwei gsehnd doch uus wien äs alts Pärli» – die beiden Betroffenen hören es gottseidank nicht – aber beim genauen Hinschauen muss ich sagen, da ist doch wirklich was dran! Müssen sich Paare aber ähnlich sehen oder scheinen? Oder könnte es sich hierbei um ein Vorurteil handeln? Wie lernten wir doch im Kurs Selbst- und Fremdwahrnehmung: Was wir sehen und dabei empfinden, ist Wahrnehmung, aber oft nicht die Wahrheit.
Da sind auch ein paar Eingefleischte, die auf ihrem angestammten Platz am Tisch beharren. Nicht mit Worten, nein. Man kann Dinge deutlich machen, ohne sie auszusprechen. Und an der Platzwahl wird nicht gerüttelt. Genauso wenig wie am täglichen Menü 1. Da fällt schon mal ein Witzchen darüber. Aber wie heisst es doch so schön: «So lange man über etwas lachen kann, ist es nicht schlimm».
Und dann gibt es auch diese Tage wie kürzlich, an denen es laut und lustig, chaotisch und bunt ist. Es wird gelacht und geneckt, genervt und geplappert. Der Service wird auf die Schippe g
enommen und die Tischnachbarin grad‘ auch noch. Jeder ist noch schräger drauf als seine Nachbarin, und das Servicepersonal hält das wohl nur mit Humor und Lebenserfahrung ohne bleibenden Schaden aus. Der Restaurant-Chef murmelt denn auch etwas von «sind’s jetzt ganz überegschnappt?», um dann ein «jänu – das isch halt Kulturmarkt live!» anzuhängen (ob ihm dabei ein Seufzen entglitt oder er auf den Stockzähnen lachte, entzieht sich dem Wissen der Verfasserin).
Das alles hat der Stammgast am Nebentisch mitbekommen und macht sich trocken lachend mit einem: «s’isch Vollmond, dänn sind’s immer so!» bemerkbar. Gott sei Dank gibt es Sonne, Mond, Sterne und die Planeten, das erklärt so manches im Leben.
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