Eine Bier-Idee? Mitnichten – unser «KKK Bier» war ein voller Erfolg! Lesen Sie hier einige spannende Fakten zum Getränk, das uns schon seit 9000 Jahren begleitet.
Hier präsentieren wir Ihnen den Begleittext zu unserem Event «KKK Bier», der im April 2016 im Kulturmarkt stattfand.
KKK steht für «Kulinarische Köstlichkeit im Kulturmarkt» und setzt jeweils einmal im Monat einen Abend lang ein spezielles Lebensmittel in Szene. Im April drehte sich im Menü alles um das Bier: Bier-Heu-Suppe, Säuli in Bier mariniert mit Bier-Senf-Sauce sowie Bier-Kuchen und Bier-Parfait. Für die Tischkarten jedes KKK-Anlasses wird jeweils ein passender Text mit zusätzlichen interessanten Fakten erstellt, gerne lassen wir Sie daran teilhaben, auch wenn Sie diesmal nicht dabeisein konnten – aber vielleicht nächstes Mal?
Von Borys Liechti
Hopfen und Malz … sind sicher nicht verloren – im Gegenteil, wir präsentieren Ihnen heute Abend die Welt der Biere als «kulinarische Köstlichkeit im Kulturmarkt»: Bühne frei für das Bier mit all seinen Facetten, mit seiner jahrtausendealten Geschichte und mit seiner Raffinesse.
In unserer Kultur führte das Bier in den vergangenen Jahrzehnten eher ein Schattendasein, es galt als anspruchsloses Getränk des einfachen Volkes und hatte einen schlechten Ruf. Dabei begleitet das Bier die Menschheit schon seit mindestens 9000 Jahren in zahllosen Varianten. In vielen grossen Kulturen war es bekannt und besass einen hohen Stellenwert. Die Alten Chinesen, Sumerer, Babylonier, Ägypter, Kelten: Sie alle kannten und schätzten das Bier, teilweise war es gar ein Zahlungsmittel – so erhielten beispielsweise im Alten Ägypten die Pyramidenarbeiter, aber auch Beamte, Offiziere und Soldaten ihren Lohn unter anderem in Bier ausbezahlt.
Ab dem Mittelalter war das Bier auch in Europa das Getränk Nr. 1. Im deutschen Sprachraum war auf dem Land eine warme Biersuppe bis ins 19. Jahrhundert ein ganz normales Frühstück – auch für Kinder (immerhin war der Alkoholgehalt im Bier damals noch geringer). Es wurden alle vorhandenen Getreidearten verwendet, und es gab viele regionale Bierspezialitäten mit Kräutermischungen. Erst ab dem 12. Jahrhundert wurde Hopfen zu einem regulären Bestandteil beim Bierbrauen, und es bildeten sich gewisse Standards heraus. Durch den Hopfen wurde das Bier viel besser haltbar und auch transportfähig. Das Brauen wurde – nicht zuletzt durch Klosterbrauereien – zunehmend professionalisiert und ab dem 16. Jahrhundert auch reglementiert. Es wurde gesetzlich geregelt, was in ein Bier gehört und was nicht. Daraus entstand später z. B. das berühmte «bayerische Reinheitsgebot».
In den letzten Jahren hat sich bei uns das Image von Bier gewaltig verändert. Ausgebildete Biersommeliers – wie unser heutiger Gast Matthias Stück, der Ihnen spannende Fakten zum Bier präsentiert – empfehlen in edlen Restaurants die passende Sorte zum jeweiligen Gang. Bier liegt im Trend: Mehrere hundert Brauereien gibt es in der Schweiz derzeit, viele davon Kleinbetriebe aus Leidenschaft.
So vielfältig die Biere, so fantasievoll die Ausdrücke, die es für die Behältnisse gibt, aus denen Bier getrunken wird: Stange, Humpen, Herrgöttli, Kübel, Mass, Stiefel, Pint, Rugeli (Basel), Stüpper (Fribourg), Spezli (Ostschweiz), Chübeli, Schoppen, Kugel, Liesl, Quartl, Flöte und noch viele mehr.
Bier ist sicher nahrhaft – über dessen gesundheitliche Wirkung lässt sich streiten: Bier enthält zwar unter anderem die Vitamine B1, B2, B6, Folsäure und ist isotonisch. Allerdings verbraucht Alkohol beim Abbau im Körper wiederum viele Vitamine und Mineralstoffe, daher kann man nicht ohne Weiteres behaupten, Bier sei gesund. Doch wie immer ist es eine Frage des Masses: Bier ist auf jeden Fall ein exquisiter, vielseitiger Genuss voller wundersamer Inhaltsstoffe und Aromen – entdecken Sie mit uns heute Abend einige seiner zahlreichen Nuancen. Guten Appetit und vor allem: prost!
(Und hier gibt es einige fotografische Eindrücke dieses Abends.)
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