Kreatives Schreiben: Instant-Geschichten, Teil 4

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Kreatives Schreiben: Instant-Geschichten, Teil 4

Ein Geschenk für Frau Dürrenmatt, ein zu enges Batman-Kostüm und Standing Ovations für einen von Tschechow inspirierten Bühnenhund …

Hier kommt der vierte und letzte Teil unserer skurril-witzigen Instant-Geschichten.Viel Lesespass! Wie diese entstanden sind, können Sie hier nachlesen.

Texte von Alexandra Dietrich, Nicole Frank, Susanne Kolb, Borys Liechti, June Thon, Annette Wartmann, Marianne Winkelmann

 

Geschichte Nr. 7

Schon wieder ist mir der Knopf meiner Hose abgesprungen! Das ist jetzt ein ziemlich blöder Moment. Ich bin unterwegs zu einer Besprechung und habe natürlich keine SICHERHEITSNADEL dabei. Vielleicht tut es eine Büroklammer, die habe ich in den Unterlagen dabei. Das sollte gehen! Ich gehe kurz auf die Toilette.

Ich mühe mich ab, doch das blöde Ding will einfach nicht halten. und da geht zu allem Übel noch meine STOPPUHR in der Tasche los, piepst wie wild, um mich daran zu erinnern, dass ich nur noch fünf Minuten Zeit habe bis zu dem wichtigen Treffen mit Frau Dürrenmatt. Ich kann sie unmöglich warten lassen, also renne ich aus der Toilette, die Hand am Hosenbund, stoplere beinahe, kann mich gerade noch fangen.

Gehetzt komme ich an, stehe vor ihrer Bürotür und klopfe um exakt 14.00 Uhr an. Ein HUND bellt auf der anderen Seite der Tür, oh nein! Die Tür geht auf, ich drücke Frau Dürrenmatt die Stoppuhr in die Hand: «Frau Dürrenmatt, ich habe ein Geschenk mitgebracht.» Blöderweise halten meine Hosen nicht.

 

Geschichte Nr. 8

Ich stand in der Garderobe, noch fünf Minuten bis zum Beginn der Vorstellung, und das Kostüm passte nicht mehr. Nur zwei Wochen Spielpause über die Feiertage und trotzdem eine ganze Nummer zu eng. Zu spät, um noch jemandem Bescheid zu sagen. Warum hatte ich es auch erst jetzt angezogen. Weil ich bequem sein wollte, mich lockern, und in diesem unmöglichen Fledermauskostüm war das nicht möglich. Ich sah den schwarzen Vorhang in der Ecke des Raums. Der musste herhalten. Mit sieben SICHERHEITSNADELN drapierte ich den Stoff so um mich herum, dass ich wie Batman aussah oder so ähnlich.

Und schon fuchtelte der Regisseur mit seiner STOPPUHR herum und verkündete mit hoher Stimme, dass alle auf Position gehen sollen, es gehe los. Er erblickte mich mit meinem neuen «Kostüm» und runzelte die Stirn. Den Kopf in den Nacken werfend, ging er davon. «So kann ich nicht arbeiten!» rief er noch divenhaft, und wir waren auf uns allein gestellt.

Voller Panik sahen wir uns an, doch während schon der Vorhang hochging, tapste völlig unerwartet ein süsser, kleiner HUND mitten auf die Bühne, der das Publikum sogleich in seinen Bann zog. Er zeigte stolz einige Kunststückchen, bellte fröhlich dazu, und das Publikum tobte und applaudierte frenetisch. Dadurch waren wir auf der Bühne so aufgelockert, dass es unsere bisher beste Vorstellung wurde und wir stehende Ovationen erhielten. Seitdem begleitet uns dieser süsse, kleine Hund auf allen unseren Tourneen, und sogar der Regisseur freundete sich mit dem Tierchen an, nachdem es ihm das Gesicht abgeleckt hatte.

2016-01-25T16:44:48+01:00

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