Vor vier Monaten verliess ich den Kulturmarkt. Mit Freude blicke ich auf meine Zeit an dem Ort zurück, wo Kultur Arbeit schafft – und wo mir ein beruflicher Neustart gelang.

Von Reto Zanettin

Die letzten Monate sind davongeeilt, wie wenn eine prächtige Zukunft sie mit aller Kraft anzöge. Nach meiner Kulturmarktzeit glaube ich in der Tat, dass die kommenden Monate und Jahre sehr viel Positives mit sich bringen werden. Doch nun aber alles der Reihe nach.

Der erste Arbeitstag, ein gutes Omen

Am 15. Dezember 2014, ein Montag, fuhr ich zum ersten Mal mit dem Tram Nummer 14 zum Goldbrunnenplatz und lief zur Aemtlerstrasse 23. Vor dem Zwinglihaus traf ich Michelle. Ich kannte sie aus der Info-Veranstaltung, die im November stattgefunden hatte. Auch für sie war es der erste Tag im Kulturmarkt. Sie strahlte. «Welch ein sonniges Gemüt», dachte ich. Und freute mich, dass wir in den folgenden Monaten zusammen im Kommunikationsteam arbeiten würden. Mit diesem geglückten Auftakt werden wohl auch die Weichen für vieles Weitere gestellt worden sein: Die insgesamt neun Monate im Kulturmarkt sollten eine meiner grossartigsten Arbeitserfahrungen mit sich bringen. Doch davon ahnte ich an diesem Montagmorgen kurz vor Weihnachten 2014 nichts. Fast nichts.

Viele wohlgesinnte Menschen

«Fast», weil Eva Eidenbenz, meine Vorgesetzte, und Dieter Sinniger, der Geschäftsführer, mir und meinen neu eintretenden Kollegen und Kolleginnen ihr ausgesprochen «herzliches Willkommen» zum Ausdruck brachten und uns das Du anboten. In den folgenden Tagen lernte ich die anderen Festangestellten kennen. Und mit je mehr Leuten ich im Kulturmarkt Bekanntschaft machte, desto stärker verdichtete sich mein Eindruck: Diese Betriebskultur unterscheidet sich radikal – von der Wurzel her – von jener, die mir an meiner letzten Arbeitsstelle auf einer Zürcher Privatbank entgegenschlug … Im Kulturmarkt begegneten mir ausnahmslos Leute, die mir gegenüber wohlgesinnt waren.

Viel Anerkennung und Förderung geben Auftrieb

Erlebnisse wie jene in meiner ersten Arbeitswoche ereigneten sich in der Folge so gut wie jeden Tag. Sie überschrieben nach und nach die düsteren Erfahrungen aus der Zürcher Privatbank. Eva bemerkte, dass ich mich im Schreiben zu Hause fühle. Um diese Gabe zu fördern und meine Arbeitsmarktfähigkeit zu erhöhen, setzten sie und ich das Verfassen der Flyer- und Infotexte für die «Kulinarischen Köstlichkeiten im Kulturmarkt» sowie die Wiederbelebung des Kulturmarkt-Blogs in meine Zielvereinbarung. Zudem luden mich Eva und Dieter zum Brainstorming für den neuen Kulturmarkt-Claim ein. Am Ende entschieden sie sich für meinen Vorschlag «Kulturmarkt. Wo Kultur Arbeit schafft». Wow! Die Anerkennung für meine Arbeit war überwältigend. Dass ich mit meinem Schreiben und Wirken etwas in Gang setzen konnte, steigerte mein Bewusstsein, bessere Arbeit zu leisten, als es mir in der jüngeren Vergangenheit zugesprochen wurde. Als sich die positiven Rückmeldungen zu meinen Texten häuften und sogar von Dankbarkeit begleitet wurden, fasste ich wieder Tritt, Mut und Zuversicht, meinen Berufsweg im schreibenden Gewerbe fortzusetzen. Und das gelang!

Danke!

Am 1. Oktober 2015 trat ich meine neue Stelle als Mitarbeiter in der Kommunikationsabteilung der Empa an. Empa? Ja! Die öffentlich-rechtliche Anstalt, die seit Jahrzehnten unter der Bezeichnung «Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt» geführt wird. In den vergangenen Jahren entwickelte sich die Empa immer mehr zu einer Forschungsinstitution im Bereich Materialwissenschaft. Die Kommunikationsabteilung vermittelt der Öffentlichkeit, Politik und Wirtschaft die Ergebnisse, die aus den 29 Forschungsabteilungen kommen. Oder anders gesagt: Ich betreibe nun Wissenschaftskommunikation. Im Rückblick meine ich, dass mir der Einstieg bei der Empa kaum geglückt wäre, hätte ich nicht die positiven und stärkenden Erfahrungen im Kulturmarkt gemacht.

Deshalb danke ich allen, die mich in den neun Monaten im Kulturmarkt begleitet haben. Dazu zählen zunächst Eva als meine Vorgesetzte und Dieter als Geschäftsführer. Ebenso gilt mein Dank allen Festangestellen sowie den zahlreichen Temporärmitarbeiterinnen und -mitarbeitern, die mit mir ein Stück Berufsweg gingen. Euch allen verdanke ich eine der besten Zeiten meines Berufslebens.