Ein Markt bietet bekanntlich in den meisten Fällen ein vielfältiges Angebot. Der Kulturmarkt macht da keine Ausnahme. Ein bunter Strauss an Kulturellem wird hier aufgetischt, vermischt mit original-origineller, gesund-und-feiner Kulinarik im gleichnamigen Restaurant. Wie nur bringen die Kulturmärktler es fertig, mit ihren begrenzten Mitteln ein solches Angebot aufrecht zu erhalten? Dazu ein paar Gedanken einer Temporärmitarbeiterin mit Garten.
Von Christa
Erwartungsvoll aber ohne Erwartungen – das ist wohl die beste Einstellung, wenn man am ersten Tag als temporäre Angestellte irgendwo beginnt. Und so startete ich denn auch meine Einsatzzeit beim Kulturmarkt. Dass man als Neuling sofort und vorurteilslos integriert wird in diese quirlige Mischung von Mitarbeitenden unterschiedlichster Herkunft, fiel mir von Anfang an auf. Was für eine Wohltat im Vergleich zu so vielen privatwirtschaftlichen Unternehmungen! Was mich aber schon nach den ersten Tagen beeindruckte, sind die Professionalität und insbesondere die Flexibilität, mit der hier gearbeitet wird. Aufgrund der vielen temporären Mitarbeitenden stehen die Festangestellten vor der permanenten Herausforderung, wie einheitliche Arbeitsabläufe am sinnvollsten zu implementieren und zu überwachen sind. Dies haben die Kulturmärktler/innen bravourös gelöst!
Eindrücklich war für mich auch die Tatsache, dass hier in einfacher Arbeitsumgebung und mit doch relativ begrenzten Mitteln, hochprofessionell gearbeitet wird. Was man selber machen kann, wird inhouse produziert. Was sich im Internet gratis an Öffentlichkeitsarbeit machen lässt, das wird ohne viel Federlesens eingesetzt, und dies mit Erfolg. Die Fangemeinde steigt kontinuierlich.
Kulturabende benötigen Personal für Eingang/Kasse und definierte Abläufe für ein einfaches, günstiges aber praktikables Reservationssystem. Alles da! Alles einfach! Alles funktioniert! Wenn Leute wie ich, die aus der Privatwirtschaft kommen, sich überlegen welche Aufwände Firmen teils betreiben für ganz simple Dinge – dann kann man nur sagen: Die Redewendung «Not macht erfinderisch» kann im weitesten Sinn auch auf den Kulturmarkt übertragen werden. Es herrscht zwar kein klassischer Notstand, aber scharf rechnen muss und kann man hier. Dabei gelingt es den Verantwortlichen auch immer wieder, ihre Mitarbeitenden mitzureissen – für eine Arbeit, für ein Projekt, für die gemeinsame Sache…
Ob es am anständigen, respektvollen Umgang mit den Mitarbeitenden liegt oder an der flachen Hierarchie? Oder doch eher an der Unvoreingenommenheit, mit welcher Neuankömmlinge aufgenommen werden? Oder daran, dass Mitarbeitende viel Vertrauen geniessen dürfen – was wiederum Selbstvertrauen schafft und motiviert? Was immer auch den Ausschlag gibt (vielleicht ist es auch die Mischung aus dem Genannten), der Kulturmarkt gleicht meinem Garten: Es wird auf fruchtbarem Boden geackert, mit viel Liebe Neues gepflanzt, mit Elan allen Witterungen getrotzt und das Geerntete mit Freude angeboten.

Womit wir wieder beim Markt wären.
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